670. Eichenlaubträger Artur Phleps
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS

22.04.194410.03.1942

Artur Phleps wurde am 29. November 1881 in Birthälm/Siebenbürgen geboren. Sein Vater war Kreis- und Kommunalarzt in Birthälm einem Ort zwischen Mediasch und Schäßburg. Es ist anzunehmen, das seine Familie aus Schlesien nach Siebenbürgen einwanderte, Phleps ist dabei die gräzisierte Form von "Ader". Siebenbürgen wurde als österreichische Provinz wie kein anderer Landstrich des Landes von Kriegen durchzogen und brachte viele beachtenswerte militärische Personen hervor, wie in etwa den General Michael Baron von Melas und Generaloberst Arthur Freiherr Arz von Straußenburg.
Artur Phleps schwur in seiner Militärzeit den Eid auf 3 verschiedene Staaten, 1900 Österreich-Ungarn, 1919 Rumänien und 1941 dem Deutschen Reich. Seine Uniform zierten Orden aus Österreich wie der Orden der Eisernen Krone und des Franz-Josephs-Orden, aus Rumänien 5 große Ordenssterne sowie Auszeichnungen aus Bulgarien.
Phleps besuchte die Realschule in Hermannstadt/Siebenbürgen und trat 1896 in die Infanterie-Kadettenschule im oberungarischen Pressburg ein. Warum er nicht in die ähnliche Schule im nahen Hermanstadt eintrat ist ungewisse.
Phleps absolvierte die Schule 1900 mit "vorzüglichem Erfolg", mit dem Ende der Ausbildung erhielt er den Dienstgrad Kadettoffiziersstellvertreter. Die Vereidigung erfolgte während der Regierungszeit Kaiser Franz Josephs stets am 18. August, Kaisers Geburtstag. Dieser Tag nannte sich "Ausmusterungstag" und galt als der größte Tag im Leben eines Offiziers. Die gesetzliche Mindestdienstzeit betrug 12 Jahre, drei in der "Linie", sieben in der Reserve und 2 in der Landwehr. Bei Phleps kamen noch weitere 4 Jahre hinzu, da der Besuch der Kadettenanstalt auf Staatskosten erfolgte.
Phleps begann seine Dienstzeit im 3. Regiment der Tiroler Kaiserjäger das in Trient und am Gardasee stationiert war. Die 4 Kaiserjägerregimenter waren eine Besonderheit in der Österreich-Ungarischen Armee, sie waren einem Infanterieregiment gleichgestellt, die Uniform stellte sie jedoch den Feldjägern gleich. Sie trugen hechtgraues Tuch mit grasgrünen Aufschlägen zum Unterschied zu den normalen Uniformen.
1902 wurde er zur "Infanterie-Equitation" nach Wien abgestellt um dort zu einem guten Kompaniereiter ausgebildet zu werden. Die folgenden 3 Jahre verbrachte er mit seiner Kompanie in Köszeg in Ungarn.
Von 1905 bis 1907 besuchte er die Kriegsschule in Wien, damals eine Fachschule für den Generalstab. Dort wurde er unterrichtet in Heerwesen, Taktik, Strategie, Militärgeographie, Waffenwesen, Generalstabsdienst, Staats- und Völkerrecht. Terraindarstellung, Reiten und vieles andere mehr. Er absolvierte die Schule "mit sehr gutem Erfolg". So war er bereits nach 6 Jahren zum Oberleutnant befördert worden.
Seine nächste Einheit war das 11. Feldjägerbataillon, welches in Gradisca stationiert war, danach wurde der Generalstabsoffizier zur 32. Infanterie-Truppendivision nach Budapest versetzt. Im Laufe seines Soldatenlebens lernte er viele verschiedene Länder und Sprachen kennen. Vom Offizier verlangte man neben der deutschen Kommandosprache auch das beherrschen der jeweiligen Landesprache, so erlernte Phleps neben deutsch, ungarisch, rumänisch, italienisch und französisch.
In den letzten Friedensjahren diente er als Adjutant dem Feldmarschallleutnant Potiorek, den Generalgouverneur von Bosnien-Herzegowina.
Im 1. Weltkrieg diente er als Generalstäbler an den verschiedenen Frontabschnitten in Galizien und Serbien, in den nördlichen Karpaten, in Siebenbürgen und am Isonzo. In dieser Zeit wurde er zum Oberstleutnant befördert.
Nach der Niederlage gehörte seine Heimat zum Teil zu Rumänien in dessen Heer Phleps nun übernommen wurde.
Im Jahre 1919 kämpfte er gegen Ungarn unter der Räteregierung von Bela Khun, der versuchte mit Waffengewalt einen teil Siebenbürgens des ehemaligen ungarischen Staatenbundes zurückzugewinnen. Aufgrund eigenmächtiger Entscheidung wendete Phleps das Kriegsglück zugunsten der Rumänen, die ihn jedoch vor ein Kriegsgericht stellen, das ihn frei sprach und auszeichnet, außerdem wurde er zum Oberst befördert und in den rumänischen Generalstab berufen und an die Bukarester Kriegsschule kommandiert.
Zuerst als Generalleutnant, dann als Brigadekommandeur und zuletzt als Kommandierender General der Gebirgstruppe formte er diese Waffengattung zu einer Elite im rumänischen Heer.
Nach einer unbeherrschten Äußerung über den König im Jahr 1940 musste Phleps seinen Abschied nehmen.
Am 26. Juni 1940 musste Rumänien Bessarabien und die Nordbukowina an Russland abtreten, diese Gebiete wollten sich die Rumänien durch einen Kriegseintritt an der Seite Deutschlands am 22. Juni 1941 gegen Russland zurückholen.
Artur Phleps bat daraufhin um Freistellung zum Dienst in der Deutschen Wehrmacht, die er auch erhielt. Er war bereit eine Rückstufung zum Obersten in Kauf zu nehmen. So trat er unter dem Namen seiner Mutter, Stolz, in die SS-Division "Wiking" ein. Nachdem sein Regimentskommandeur gefallen war, übernahm er das Kommando über das Regiment "Westland", das bald zur "Kampfgruppe Stolz" erweitert wurde und Phleps konnte dadurch seine Führungsqualitäten beim Vorstoß über den Dnjepr beweisen.
Im Januar 1942 wurde ihm nun unter seinem Namen die neugegründete SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division "Prinz Eugen" unterstellt, in der hauptsächlich Volksdeutsche aus der Batschka, dem Banat und Siebenbürgen dienten. Mit ihr wollte man die Partisanen in Südosteuropa bekämpfen. Dort erwarb sich diese Division samt ihres Kommandeurs legendären Ruhm. Von seinen Soldaten wurde er schlicht "Papa Phleps" genannt.
Nach dem Absprung Italiens aus der Achse, entwaffnete er ein italienischen Armeekorps.
Im Oktober 1943 wurde seine Kommandogewalt auf das V. SS-Gebirgskorps erweitert und umfasste so neben der "Prinz Eugen" auch die "Handschar", sowie Divisionen des Heeres.
Als Rumänien am 23. August 1944 auf die Seite der Sowjetunion wechselte war, klaffte ein großes Loch in der Südostfront. Phleps wurde zum bevollmächtigten General für Siebenbürgen und das Banat ernannt. Letztlich kämpfte Phleps mit seinen Einheiten nur, um die Flüchtlingstrecks zu decken.
Im September 1944 fuhr der General in Begleitung seines Adjutanten und seines Fahrers auf einer Strasse in Richtung Budapest, als er von 2 ungarischen Offizieren eine Meldung überreicht bekam, die ihn veranlasste nach Süden, in Richtung Arad zu schwenken, dabei fiel er einer russischen Panzerspitze in die Hände. Während des Verhörs setzte ein zufälliger deutscher Luftangriff ein, worauf der deutsche General kurzerhand erschossen und von Zivilisten später begraben wurde.
Im Hauptquartier hatte man so von Phleps nichts mehr gehört, so das Himmler misstrauisch wurde und einen Haftbefehl auf Phleps ausstellen ließ. Nachdem ein ungarischer Stosstrupp jedoch an die Stelle der Erschießung kam, fand dieser das Ritterkreuz des Generals und stellten Nachforschungen an, wodurch die Wahrheit ans Licht kam.
Arthur Phleps starb am 21. September 1944 in Simand bei Arad in Ungarn und wurde posthum als 670. Soldat der Wehrmacht mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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