Alfons Rebane wurde am 24.06.1908, als Sohn
eines Bahnbeamten, in Walk/Estland geboren.
Nach seinem Abitur im Juni 1926 am Realgymnasium in Narwa, trat er am
01.09.1926 in die Kriegsakademie ein, die er am 29.08.1929 mit einem Diplom 1.
Klasse bestand. Einhergehend mit der Absolvierung erhielt er den Rang eines
Leutnants und die Versetzung ins 1. Panzerregiment, wo er am estnischen
Staatsfeiertag, am 24.02.1933, zum Oberleutnant befördert wurde.
Im September 1935 wird Rebane Instruktor des Regiments Fellin (estn. Wiljandi)
im estnischen Schutzkorps ernannt und steht ab Dezember 1939 zur Verfügung des
Verteidigungsministers. Es folgte der Posten des Kommandanten von Leal (estn.
Lihula). Bevor er wieder zu seinem Panzerregiment, im August 1940,
zurückversetzt wird, steht er zunächst erneut z. V. beim Verteidigungsminister
seines Landes.
Nach der völkerrechtswidrigen Annexion Estlands durch die sowjetische
Regierung im Jahre 1940 und die darauf folgende Einverleibung als
Sowjetrepublik, sowie die Eingliederung der estn. Armee in die Rote Armee,
werden viele Offiziere des estnischen Heeres nicht nur deportiert sondern
teilweise nachweislich erschossen. Viele andere Offiziere, die als "politisch
unzuverlässig" galten wurden entlassen. So auch Rebane.
Zunächst arbeitete er als Bauarbeiter in Tallin (Reval), flüchtete jedoch mit
Beginn der Massenverhaftungen und Deportationen, noch vor dem Kriegsbeginn mit
Deutschland, in die estnischen Wälder, wo er im Sommer 1941 eine
Partisanengruppe im Landkreis Wierland (estnisch Wiru) anführte. Hier wurde er
im Juli und August 1941 Chef des Selbstschutzes und kämpfte gegen eigens
aufgestellte Vernichtungsbataillone der Besatzungsmacht, die aber im
Kampfunterlegen waren und größtenteils durch Terror an der Zivilbevölkerung
auffielen.
Nach der Besetzung Estlands durch die deutsche Wehrmacht, trat Rebane am
01.09.1941 dem deutschen Heer bei und wurde von der Estnischen
Sicherungs-Abteilung 184 zum Chef der 15. Ski-Hundertschaft ernannt. Betraut
mit diesem Posten wurde er am 01.01.1942 zum Hauptmann befördert.
Nach vorübergehender Kommandierung in den Stab der Ostbataillone übernahm er
Ende Oktober 1942 das Kommando über das estnische Bataillon 658, mit dem er im
Rahmen der 18. Armee an der Nordfront kämpfte.
Während der sowjetischen Großoffensive im Januar 1944, im Raum
Krassnogwardeisk, erhielt Rebane für sein Bataillon den Befehl sich vom
Wolchow bei Nowgorod abzusetzen, den er jedoch nicht ausführte, da er die
Gefahr für die Rückzugsstrasse der 16. Armee aus Luga nach Pleskau erkannte,
wodurch auch die 18. Armee in eine äußerst prekäre Situation hätte gelangen
können. So trat er aus eigenem Entschluss zum Gegenangriff und und vernichtete
den gegnerischen Angriffsverband in einem Waldgebiet. So wurde die wichtige
Rollbahn offen gehalten und man hatte nun die Möglichkeit und die nötige Zeit
eine neue Verteidigungsfront aufzubauen. Für diese Tat erhielt er als Major
und Kommandeur des estnischen Freiwilligen-Bataillon 658 am 23.02.1944 das
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Er wurde so zu einer bedeutenden
Persönlichkeit seines Volkes und ein Objekt es Stolzes seiner Landsleute.
Ende Februar verlegten die estnischen Bataillone nach Estland wo sie im Juni
1944 aufgelöst und der Waffen-SS einverleibt wurden. Rebane kam zur, im
Februar 1944 aufgestellten, 20. Waffen-Grenadierdivision der SS (estnische Nr.
1), wo er den Posten des Kommandeurs des Waffen-Grenadierregiments 46
übernahm. Bereits im November 1944 wurde er zum Waffen-Obersturmbannführer und
im März 1945 zum Waffen-Standartenführer befördert.
Es folgten schwerste Kämpfe an der Narwafront, sowie härteste Abwehrschlachten
in der Tannenbergstellung, wo Rebane mit seinen Männern die
Durchbruchsangriffe der Sowjets vom 27. bis 31.07.1944 abwehrte. Kurze Zeit
später stand er in Kämpfen im Waldgebiet westlich Waiware in heftigsten
Gefechten. Durch die folgenden Rückzugskämpfe geschwächt wurde die Division im
Oktober 1944 auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer in Schlesien aufgefrischt.
Neue Kämpfe folgten an der schlesischen grenze im Raum Breslau-Brieg und in
der Kesselschlacht von Oppeln. Bei den Ausbruchskämpfen von Oppeln fiel hier
am 17.03.1945 der Divisionskommandeur Franz Augsberger. Der größte Teil der
Division wurde zerschlagen, einzig dem SS-Grenadierregiment 46 unter Rebane
gelang der Ausbruch nach Westen. Nun übernahm Rebane stellvertretend die
Führung der Division bis der neue Kommandeur Oberführer (ab dem 20.04.1945
Brigadeführer) Berthold Maack eintraf.
Noch kurz vor Kriegsende gehörte er zu den letzten Soldaten der Wehrmacht, die
mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet wurden. Er erhielt es am
09.05.1945 als Waffen-Obersturmbannführer und Kommandeur des
Waffen-Grenadierregiments der SS 46. Der Vorschlag zum Eichenlaub erging am
03.04.1945 und wurde durch General der Kavallerie Koch-Erpach, sowie dem
Reichsführer-SS H. Himmler, befürwortet. Die Eichenlaub-Verleihung Rebanes
fällt somit unter die Regierung Dönitz.
Nach dem Krieg lebte Rebane zunächst ab 1947 in England und zog 1961 nach
Deutschland, wo er bis zu seinem Tod, aufgrund einer unheilbaren
Lungenkrankheit, am 08.03.1976 in Augsburg lebte. Seine Asche kehrte 1999 nach
Estland zurück, wo sie unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in
heimatlicher Erde begraben wurde.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
