85.
Schwerterträger Fritz von Scholz
SS-Gruppenführer






Friedrich Max Karl von Scholz wurde am 09.12.1896 in
Pilsen, als Sohn des Generalmajors der Artillerie Edler von Rarancze (Titel
erhalten am 25.08.1917), geboren. Nach Besuchen von Schulen in Ungarn, der
Tschechei und Österreich legte er im Juli 1914 sein Abitur ab.
Nachdem er im August 1914 der k.u.k.-Armee beitrat, kam er Anfang Mai 1915 zum
Feld-Kanaonen-Regiment 22. Er wechselt dann zum österreich-ungarischen
Feld-Haubitzen-Regiment 3, wo er zum Leutnant befördert wird.
Nach einem Kommunikations-Lehrgang, wechselt von Scholz im Jahre 1917 als
Telegraphen-Offizier zum Feld-Artillerie-Regiment 40.
Nach Versetzung zum Feld-Artillerie-Regiment 125, wo er den Posten eines
Aufklärungs- und Batterie-Offiziers, später den des Adjutanten, übernimmt,
wird er im November 1917 zum Oberleutnant befördert. Mit Kriegsende wird von
Scholz in die Reserve überführt.
Er erlernt daraufhin den Beruf einen Chemie-Ingenieurs und kämpft von April
bis Juli 1921 im Freikorps "Oberland". Als Zivilist arbeitet er in der
Folge in seinem Beruf in Klagenfurt, München, Leipzig und in Tirol.
Am 09.10.1932 tritt er der österreichischen NSDAP bei und im folgenden Jahr
der SA, wo er als Zugführer in Lutzow, München und in der SA-Gruppe "Nordwest"
arbeitet. Bereits im Juni 1933 verlässt er die SA, um am 10.06.1933 der SS
beizutreten. Kurze Zeit später verlässt von Scholz im September 1933
Österreich und emigriert nach Deutschland. Dort gehörte er zunächst zur
Österreichischen SS Legion auf dem Lechfeld, wo er am 24.12.1933 zum
SS-Unterscharführer und am 27.01.1934 zum SS-Oberscharführer befördert wird.
Am 01.02.1934 wird er zum Adjutanten der Legion ernannt, wobei er an der
Organisation beteiligt ist, die Legion in die SS-Standarte 1 zu überführen.
Von Scholz, am 21.08.1934 zum SS-Untersturmführer befördert, übernimmt er am
11.04.1935 das Kommando über die 5./II./SS-Standarte 1, der
SS-Verfügungstruppe
Nachdem er am 30.01.1935 zum SS-Obersturmführer befördert wurde, erhält er am
17.05.1935 das Kommando über die 8./II./SS-Standarte 1, einer MG-Einheit). Als
Führer dieser Einheit bis zum 01.04.1938 eingeteilt, wird er am 30.01.1936 zum
SS-Hauptsturmführer befördert.
Mit der Aufstellung einer neuen SS-Standarte der SS-Verfügungstruppe in Graz
übernimmt von Scholz am 01.04.1938 das Kommando über die II./SS-Standarte 3.
Später umbenannt in II. Bataillon des SS-Regiments "Der Führer",
bleibt von Scholz bis zum 14.11.1940 der Kommandeur, bis er von
Heinz Harmel abgelöst wird. Vorher wurde von Scholz im Westfeldzug
eingesetzt und am 30.01.1940 zum SS-Obersturmbannführer befördert.
Am 01.12.1940 löst von Scholz den bisherigen Kommandeur des
SS-Infanterie-Regiments "Nordland" ab. Hier wird er am 30.01.1941 zum
SS-Standartenführer und am 01.10.1941 zum SS-Oberführer befördert. Am
22.11.1941 erhält er für die Kämpfe des Regiments im Raum des Brückenkopfes
Dnjepropetrowsk das Deutsche Kreuz in Gold. Felix Steiner reicht ihn zum
zweiten Mal zum Ritterkreuz ein, das er am 19.01.1942 als SS-Oberführer und
Kommandeur des SS-Regiments "Nordland" erhält. Als Begründung heißt es:
"SS-Oberführer von Scholz zeichnete sich
wiederholt durch seinen tiefen Einfluss auf seine Soldaten und der damit
verbundenen Einsätze seine Kampfgruppe aus. In den Kämpfen nördlich Rostow
von 17.- 20. November 1941 sicherte die Kampfgruppe von Scholz die Flanke
der 1. Panzerarmee und bestand in schweren Abwehrgefechten.
Im genannten Zeitraum versuchten 5 Division, unterstützte durch eine
Panzer-Brigade, die 24 Kilometer lange Front der Kampfgruppe von Scholz zu
überrennen. Unterstützt durch schwere Artillerie und schwerste Kampfpanzer
griff der Feind immer wieder in mehreren Wellen an. Weiterhin unterstützt
durch Raketenwerfer und Schlachtfliegern versuchte das gegnerische 37.
Armeekorps den deutschen Brückenkopf Rostow einzudrücken, indem die Flanke
der 1. Panzerarmee angegriffen wurde.
Das Aushalten der deutschen Soldaten gelang nur durch die persönliche
Tatkraft des SS-Oberführers von Scholz.
Am 18.11. leitete von Scholz mit der Waffe in der Hand einen Gegenangriff
gegen feindliche Panzer, die im Raum Dobropolje eingebrochen waren.
Als das III. Bataillon im Dorf Tuslow auf die gegnerischen Soldaten der 99.
und 235. kaukasischen Divisionen traf, stand von Scholz an der Seite seiner
Soldaten. Zwar brachen die Panzer durch, doch die feindliche Infanterie
konnte abgewehrt werden.
Von Scholz meisterte mehrere kritische Situationen und konnte jede Nacht dem
Divisionskommandeur das Halten der Front berichten. Bei einem Gegenangriff
auf Balabanow konnten mit der Unterstützung der Kampfgruppe von Scholz 400
Gefangene eingebracht werden."
Nach der Beförderung zum SS-Brigadeführer und
Generalmajor der Waffen-SS am 21.12.1942, wird sein Regiment in ein
SS-Panzergrenadier-Regiment umgewandelt. Am 10.01.1943 wird er von Wolfgang
Joerchel abgelöst. Von Scholz übernimmt dann für zwei Wochen die Führung der
1. SS-Infanterie-Brigade (mot.), wobei er den bisherigen Kommandeur Karl von
Treuenfeld ablöst. Sein Nachfolger wird Karl Herrmann.
Am 28.01.1943 wird von Scholz Nachfolger von Gottfried Klingemann, als
Kommandeur der 2. SS-Infanterie-Brigade (mot.), die er bis zum 20.04.1943
kommandiert, bis er von Fritz Freitag abgelöst wird.
Nachdem er für zwei Wochen dem Aufstellungs-Stab für die Aufstellung der
Galizischen Division, auf dem Truppenübungsplatz Debica, angehörte, wird von
Scholz am 01.05.1943 zum ersten Kommandeur der neu formierten
SS-Division "Nordland",
auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr, ernannt.
Für die Führung der Division in den Kämpfen im Raum Narwa, erhält von Scholz
am 12.03.1944, als SS-Brigadeführer und Divisionskommandeur das 423.
Eichenlaub.
Am 20.04.1944 zum SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS
befördert, wird er am 27.07.1944 während eines sowjetischen Panzerangriffes
schwer verwundet und verstirbt am nächsten Tag, dem 28.07.1944 im Lazarett.
Sein Nachfolger wird Joachim Ziegler. Von Scholz erhält am 08.08.1944 posthum
die Schwerter zum Eichenlaub.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
