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639. Eichenlaubträger Max Simon
SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS

19.02.194312.09.194203.09.1942

Max Simon wurde am 06.01.1899 in Breslau/Schlesien geboren und trat 1917 in die kgl. preuß. Armee beim Leib-Kürassier-Regiment "Großer Kurfürst" in Breslau ein. Als einfacher Soldat nahm er an den Kämpfen in Mazedonien und an der Westfront teil und erwarb sich das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Nach Kriegsende 1919 trat er einem Freikorps in Schlesien bei das dort eggen die Polen kämpfte und wurde anschließend in die Reichswehr übernommen in das Kavallerie-Regiment 16, das er 1929 als Unterfeldwebel verließ und dann in den Staatsdienst in Thüringen trat.
Seit dem 01.05.1933 war er SS-Anwärter in der 47. SS-Standarte in Gera ein. Dort baute er den Totenkopfverband "Sachsen" auf und wurde am 09.11.1934 zum SS-Untersturmführer befördert.
Im Jahre 1935 erhielt Simon den Auftrag zur Aufstellung der 1.SS-Totenkopfstandarte "Oberbayern". 1938 wird er zum Standartenführer erhoben.
Am 13. März 1938 wurden 2 Sturmbanne der 1.SS-Totenkopfstandarte dem Heer unterstellt, welche dann die Autobahn München-Salzburg sicherte und so am Einmarsch in Österreich beteiligt waren.
Beim Einmarsch ins Sudetenland kamen der Î. und der II. Sturmbann zusammen mit dem Sudetendeutschen Arbeitsdienst zum Einsatz. Während des Einmarsches kam es zu kurzen Schusswechseln mit tschechischen Soldaten. Eingesetzte Pak- und Infanteriegeschütze wurden von der Polizei oder der SS-Standarte "Deutschland" ausgeliehen. Später defilierten die Sturmbanne an Adolf Hitler vorbei.
Nach diesem Einmarsch gab man den III. Sturmbann ab um die 4. SS-Totenkopfstandarte "Ostmark" aufzustellen.
Im Jahre 1938 wurde die Standarte für den Mob-Fall in Feldgrau eingekleidet und nahm so an der Besetzung Böhmens und Mährens teil (2 Sturmbanne). Erwähnt sollte noch werden, das nach dem Haushalt des Innenministeriums nur 2 Sturmbanne bestanden, der 3. somit "schwarz" aufgestellt wurde. Der Inspekteur der Totenkopfverbände, Theodor Eicke, besorgte fehlende Finanzmittel in der Industrie. Mit Kriegsbeginn wurden die Hundertschaften in Kompanien und die Sturmbanne in Bataillone umbenannt.
Mit der Aufstellung der SS-Totenkopfdivision wurde im Oktober 1939 die 1.SS-Totenkopfstandarte "Oberbayern" als SS-Totenkopf-Infanterieregiment 1 in die Division übernommen und 1943 in SS-Panzergrenadierregiment 5 umbenannt.
Im Westfeldzug eingesetzt errang das von Max Simon geführte Regiment bei Le Catillon einen Erfolg der den Vormarschweg der Division sicherte und 1200 gefangene einbrachte. Später kämpfte es am La Basse-Kanal und marschierte bis Lyon, von wo aus das Regiment über Orleans, Tours und Bordeaux an die spanische Grenze verlegt wurde.
Mit Beginn des Russlandkrieges stürmte das Regiment am 2. Juli 1941 Kraslava und bildete einen Brückenkopf, man stieß durch die Stalin-Linie bei Sebezh und marschierte nach Opotschka, wo Max Simon in den folgenden Kämpfen verwundet wurde. Bei den Kämpfen an der Mschaga übernahm er sein Regiment erneut.
In den folgenden Wochen kämpfte das Regiment südlich des Ilmensses und brachte riesige Mengen an Kriegsgerät und zahlreiche Gefangene ein. Es folgte die Sicherung des Vormarschweges Demjansk-Lushno und damit verbundene schwere Abwehrkämpfe. Am 01.09.1941 zum Oberführer befördert hatte sein Regiment somit entscheidenden Anteil am Vormarsch der Division, wofür ihm am 20.10.1941 das Ritterkreuz verliehen wurde.
Beim Kampf um den Demjansk-Kessel hielt das Regiment die Ostfront des Kessels.
Am 01.12.1942 zum Brigadeführer ernannt übernahm er 1943 die Aufstellung der 16. SS-Panzer-Grenadier-Division "Reichsführer SS".
Die Sturmbrigade "Reichsführer SS" und viele Soldaten seines alten Regiments bildeten den Stamm dieser neuen Division. Die Aufstellung vollzog sich zunächst im Raum Laibach und dann in Ungarn.
Im Juli 1944 wurde die Division nach Mittelitalien südlich des Arno verlegt. Während der folgenden Kämpfe gegen britische Truppen an der ligurischen Küste zeichnete sich die von Max Simon geführte Division durch hohe Standfestigkeit aus und wurde zum bestimmenden Element  im Etruskischen Appenin. Außerdem bekämpfte die Division erfolgreich im Rückraum agierende Partisanengruppen.
Als 639. Soldat der deutschen Wehrmacht erhielt Gruppenführer Max Simon am 28. Oktober 1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz, kurz zuvor hatte er am 25. Oktober 1944 das Deutsche Kreuz in Gold erhalten.
Am 16. November 1944 übernahm SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Max Simon auf dem Gefechtsstand in Falkenberg als Kommandierender General das XIII. SS-Armeekorps von Gruppenführer Hermann Prieß. Dieser sollte die Führung des I. SS-Panzerkorps Leibstandarte übernehmen, nachdem Gruppenführer Georg Keppler den ausgefallenen General des III. (germanischen) SS-Panzerkorps,, Obergruppenführer Felix Steiner, ersetzen musste.
Das XIII.SS-Armeekorps war der 1. Armee bis Kriegsende unterstellt und kämpfte im Raum Lothringen gegen starke US-Verbände. Ab Mitte Dezember 1944 verteidigte man den Westwall. Nachdem der Gegner über die Mosel in den rücken des XIII. Armeekorps stieß, zog man sich ins Saarland und in die Rheinpfalz zurück und lieferte dort harte Verteidigungskämpfe. Infolge der Einkesselungsgefahr zog man sich an den Rhein bei Germersheim zurück und begann die Truppen überzusetzen und die Rheinbrücken zu zerstören.
Bereits am 1. April 1945 kämpfte  das Armeekorps zwischen Main und Jagst gegen die 4. US-Panzerdivision. Mitte April kam es zu schweren Kämpfen um die Tauber-Aisch-Linie sowie um Würzburg und Nürnberg. Crailsheim konnte längere zeit gehalten werden und die verlorene Stadt Neumarkt konnte zurückerobert werden. Dennoch zog man sich in den Süden zurück und kämpfte an der Donau und um München.
Auf Befehl Max Simons wurden die Isar-Brücken nicht gesprengt da es dafür kein Erfordernis gab.
Am 1. Mai 1945 stand das Korps am Inn und ab 4. Mai an den Alpeneingängen in der Abwehr. Dort kapitulierte das XIII. SS-Armeekorps unter SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS Max Simon, zwar angeschlagen aber abwehrbereit, den amerikanischen Streitkräften.
Nach dem Krieg wurde Max Simon von einem britischen Kriegsgericht in Padua zum Tode verurteilt, da bei Partisanenbekämpfungen in Mittelitalien auch zahlreiche Zivilisten zu Tode kamen (Massaker von Marzabotto - 1800 Tote). Simon wurde später zu lebenslanger Haft begnadigt und 1954 aus dem Zuchthaus Werl entlassen.
Kurz nach seiner Entlassung begann die deutsche Justiz wegen Totschlags zu ermitteln. Als Kommandeur des XIII. SS-Armeekorps und Gerichtsherr hatte er 3 von Standgerichten verhängte Todesstrafen gegen zum damaligen Recht als Defätisten geltende 3 Bürger der Ortschaft Brettheim bestätigt. Diese hatten Panzervernichtungstrupps der HJ entwaffnet als diese gegen die Amerikaner ziehen wollten. Simon wurde in allen 3 Sitzungen vor dem Landgericht Ansbach  freigesprochen, da seine Urteile dem damals geltenden Recht entsprachen. Die Freisprüche wurden jedoch vom Bundesgerichtshof aufgehoben.
Max Simon starb am 01. Februar 1961 kurz vor seiner 4. Verhandlung in Lünen an Herzversagen und wurde auf dem evangelischen Friedhof in Lünen beigesetzt.

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