
680. Eichenlaubträger Jürgen Wagner
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS









Jürgen Wagner wurde am 09.09.1901 in Straßburg als Sohn
des Generals der Infanterie Ernst Wagner geboren und trat nach dem Besuch
der Schulen in Wesel, Münster und Erfurt, im Jahre 1915 dem Kadettenkorps in
Naumburg bei, von wo aus er 1917 zur Haupt-Kadettenanstalt nach
Berlin-Lichterfelde versetzt wurde.
Nachdem die Anstalt 1920 aufgelöst wurde, kehrte er nach Münster in sein
Elternhaus zurück, wo er sich während des Ruhrkampfes im "Studentischen
Freikorps Münster" engagierte.
Im mai 1920 kehrte nach Berlin zurück um an der zur Staatlichen
Bildungsanstalt umgewandelten ehemaligen Hauptkadettenanstalt zu lernen.
Jedoch schied er vor Ablegung des Abiturs aus und trat der Reichswehr bei, wo
er 1925 zum Fahnenjunker-Unteroffizier ernannt wurde. Als er sich im gleichen
Jahr mit seiner späteren Frau verlobte wurde ihm dafür 1926 der Austritt aus
der Reichswehr nahe gelegt.
Ausgetreten nahm er bis 1929 ein Studium für Maschinenbau in Friedberg/Hessen
auf welches aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten nicht beenden konnte. So
nahm er einen Posten als Hilfsingenieur bei den Mainkraftwerken Hoechst und
später in Nassau an der Lahn an. Jedoch verlor er diese Anstellungen in den
Krisenjahren der Republik wieder.
Nach dem Umzug nach Quedlinburg verbesserte sich seine Situation kaum und
eröffnete so zusammen mit seiner Frau und seiner Schwägerin ein
Juweliergeschäft.
Im März 1931 trat er der Schutzstaffel bei, wo er im Oktober zum
SS-Scharführer und nach der Gründung eines SS-Sturmes zum SS-Oberscharführer
befördert wurde. Im Oktober 1932 übernahm er die Führung der SS-Sportschule
Kalvoerde in der Altmark, wofür er monatlich 50,- Reichsmark erhielt. Nach
seiner Beförderung zum Sturmführer am 20.04.1933 trat er am 08.07.1933 dem
SS-Sonderkommando auf dem Heeres-Truppenübungsplatz Jüterbog bei. Dieses
Sonderkommando gehörte zu den Aufstellungseinheiten der späteren Leibstandarte
Adolf Hitler. Er gehörte zunächst zum 3. Lehrsturm und übernahm dann, nach
seiner Beförderung zum Sturmbannführer, am 01.10.1933 das II. Bataillon der
Leibstandarte, das er bis 1939 anführte.
Es folgten dann Kommandeursposten im SS-Regiment "Germania" und im
SS-Regiment 11 bei der Division das Reich, wo er unter anderem an den Kämpfen
in Jugoslawien beteiligt war.
Im Mai 1942 übernahm er dann das Kommando über das SS-Panzergrenadier-Regiment
9 "Germania" im Verband der SS-Division "Wiking". Unter seiner
Führung leistete das Regiment die schweren Kämpfe im Kaukasus. Dabei leistete
das Regiment im Vormarsch wie im Rückzug bedeutende Arbeit.
Für die Beteilung des Regiments an der Zerschlagung der Panzergruppe Popov bei
Krassno-Armaiskoje und der Gewinnung des westlichen Donezufers bei Isjum,
erhielt der Kommandeur, als SS-Oberführers, des Regiments stellvertretend für
seine Soldaten am 24.07.1943 das Ritterkreuz.
Im Oktober 1943 übernimmt er das Kommando über die in Kroatien in Aufstellung
befindliche 4. SS-Freiwilligen-Panzergrenadierbrigade "Nederland",
welche später in 23. SS-Freiwilligen-Panzergrenadierdivision "Nederland"
umgewandelt wurde. Vor allem junge Niederländer befanden sich in den Reihen
der Truppe.
Nach einigen kleinen Scharmützeln mit Tito-Partisanen wurden die Einheiten an
die Nordfront in den Oranienbaumer Kessel westlich Leningrad verlegt. Im
weiteren verlauf der dortigen Kämpfe wurden die Niederländer und die
süddeutschen Volksdeutschen im Brückenkopf Narwa eingesetzt. Bei den
Absetzbewegungen von Narwa in die Tannebergstellung in den Blaubergen wurde
dabei das SS-Panzergrenadier-Regiment 48 eingeschlossen und vernichtet. Die
Einheiten bewährten sich wo immer sie auf den Feind trafen. Aufgrund der
schlechten Lage im späteren Kurland-Kessel wurden die Regimenter nie
geschlossen eingesetzt sondern kamen immer verstreut zum Einsatz. Am
20.04.1944 war Wagner zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
befördert worden. Vom 19.04.1944 bis Mai 1944 war er zudem noch Kommandeur der
4. SS-Polizei-Division.
Nachdem die Einheiten im Januar 1945 nach Pommern verlegt wurden, um dort
aufgefrischt zu werden, kam die Division im Raum Stettin zum Einsatz. Sie
sicherte das Zurückgehen deutscher Einheiten über die Oder, kämpfte bei
Schwedt und wurde teilweise bei Frankfurt/Oder eingesetzt.
Die Division zog sich dann durch zahlreiche Kessel und schwere verlustreiche
Kämpfe an Berlin vorbeiziehend zur Elbe bei Tangermünde zurück, wo die
Division im Rahmen der 12. Armee kapitulierte und in amerikanische
Gefangenschaft kam. Dem wurde von den Amerikanern jedoch erst zögernd und nach
langen Gesprächen entsprochen.
SS-Brigadeführer Wagner wurde von den Amerikanern an Jugoslawien ausgeliefert,
wo er 1947 aufgrund eines angeblichen Kriegsverbrechens in seinem
Befehlsbereich von 1941, erschossen wurde.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
