Günther Eberhardt Wisliceny wurde am
05.09.1912 als Sohn eines Rittergutsbesitzers in Regulowken im Kreis
Insterburg in Ostpreussen geboren.
Nachdem seine Familie 1919 nach Schlesien zog besuchte er dort die Realschulen
Beuthen und Breslau, bis er 1929 die Mittlere Reife erreichte.
Ab März 1930 arbeitet er als Bergpraktikant in Beuthen und trat am
18.03.1933als Freiwilliger der SS-Stabswache in Berlin, der späteren
SS-Leibstandarte, bei und wurde am 10.03.1935 zum SS-Untersturmführer
befördert.
Nach der Beförderung zum SS-Obersturmführer am 09.09.1936 wird er im Mai 1938
Zugführer der 8. (MG)-Kompanie der SS-Standarte "Der Führer" in Graz,
wo er ab dem 01.09.1939 den Posten des Adjutanten des II. Bataillons übernahm.
Am 22.10.1939 wurde er Chef der 8. Kompanie des SS-Infanterieregiments 11 das
er im Balkan und Russlandfeldzug führte.
Beim Vormarsch über den Swislotsch und die Beresina, beim Durchbruch durch die
Dnjepr-Stellung sowie beim Einbruch in die Desna-Stellung bewies er
überdurchschnittliche Tapferkeit und Einsatzwillen. Dafür erhielt er im Juli
1941 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Die folgenden harten Kämpfe im Jelnja-Bogen, die Kämpfe um Kiev und bei
Gshatsk in Richtung Moskau verlangten die größten Anstrengungen an die Truppe.
Nach dem Durchbruch durch die Moskauer Schutzstellung erhielt Wisliceny am
07.11.1941 das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Infolge der hohen Verluste des SS-Regiments wurde es am 25.11.1941an der Rusa
aufgelöst und auf die SS-Regimenter "Der Führer" und "Deutschland"
aufgeteilt.
Nachdem am 26.11.1941 die Zitadelle von Istra erobert werden konnte ging der
Vormarsch für die SS-Männer weiter. Am 06.12.1941 erhielt Wisliceny einen
schweren Oberschenkelschuss der nach Aufenthalten in den Lazaretten Wien und
Rostock im Jahr 1942 ausgeheilt war, so das er Ende März 1942 wieder zurück an
die Front kam und dort die 8. Kompanie des SS-Infanterieregiments "Der
Führer".
Während der Neuaufstellung der Division "Das Reich" in Fallingbostel
und in Frankreich wurde der Hauptsturmführer Wisliceny im März 1942 mit der
Führung des III. Bataillons des SS-Panzergrenadierregiments "Deutschland"
beauftragt. Zusammen mit seinen Männern kam er ab Januar 1943 erneut an der
Ostfront, diesmal im Raum Charkov, zum Einsatz und nahm von nun ab an allen
Einsätzen der Division bis zum Kriegsende teil.
Am 20.04.1943 wurde er zum SS-Sturmbannführer befördert und erhielt am
24.04.1943 das Deutsche Kreuz in Gold.
Bei der Operation "Zitadelle" bildete sein Bataillon die Spitze des
SS-Panzerkorps, es war die einzigste deutsche Einheit die den feindlichen
Verteidigungsgürtel durchstieß. Dabei wurde Wisliceny zum dritten Mal
verwundet und blieb dennoch bei seinen Kameraden. Für diesen Einsatz unter
härtesten Bedingungen erhielt er am 30.07.1943 das Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes als SS-Sturmbannführer und Kommandeur des III. Bataillons des
SS-Panzergrenadierregiments "Deutschland" der 2. SS-Panzerdivision "Das
Reich".
Nach den Kämpfen am Mius kehrte die Division wieder nach Charkov zurück und
stand dort im Abwehrkampf. Trotz großer Abwehrerfolge mussten die Männer der
Division "Das Reich" den Rückzug zum Dnjepr antreten.
Infolge einer Meniskusverletzung kam er am 26.09.1943 ins Lazarett nach
Hohenlychen wo er von Professor Gebhardt wieder hergestellt wurde.
Am 09.03.1944 war Wisliceny wieder bei seiner in Neuaufstellung in
Südfrankreich befindlichen Truppe wo er mit der Führung des
SS-Panzergrenadierregiments 3 "Deutschland" beauftragt und am
10.04.1944 zum SS-Obersturmbannführer befördert wurde.
Bei der Invasion in der Normandie wurde die Division "Das Reich"
zunächst zurückgehalten und erst eingesetzt als die Lage brenzlig wurde.
Wisliceny verhinderte mit seinen Männern in der Schlacht westlich der Vire
nördlich St. Lo den schnellen Durchbruch der US-Truppen. Für die Erfolge des
Regiments, auch in den Kämpfen um Elbeuf an der Seine, erhielt er am
26.12.1944 als 687. Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz als
SS-Obersturmbannführer und Kommandeur des SS-Panzergrenadierregiments 3 "Deutschland"
der 2. SS-Panzerdivision "Das Reich". Währenddessen stand er mit seiner
Einheit im Rahmen der Ardennenoffensive im Einsatz.
Darauf folgte die Verlegung nach Ungarn um dort Abwehrmaßnahmen gegen die
operativen sowjetischen Kräfte einzuleiten.
Am 06.05.1945 erhielt SS-Obersturmbannführer Wisliceny als Kommandeur des
SS-Panzergrenadierregiments 3 "Deutschland" die Schwerter zum
Eichenlaub überreicht. Dies hatte er sich in den Kämpfen in den Ardennen,
zwischen Velence- und Plattensee in Westungarn, im Leitha-Gebirge und um Wien
verdient.
Am 08.05.1945 überschritt er mit seinen Kameraden bei Ennsdorf in
Niederösterreich die Enns und damit die Demarkationslinie. Hier erfuhr er von
seiner Beförderung zum SS-Standarteführer, die er aber nicht annahm.
Im April 1947 wurde Wisliceny an Frankreich ausgeliefert wo er bis zum
21.07.1951 aufgrund freiwilliger Zugehörigkeit zur Waffen-SS festgehalten
wurde.
Günther Eberhardt Wisliceny starb am 25. Aug. 1985 in Hannover.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE