91.
Eichenlaubträger Alfred Wünnenberg
SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei






Alfred Bernhard Julius Ernst Wünnenberg wurde am
20.07.1891 in Saarburg als Sohn eines Lazarett-Verwaltungsdirektors geboren
und meldete sich am 25.02.1913 zur Armee, wo er dem Infanterie-Regiment 56
zugeteilt wurde. Mit dem Regiment nahm er an den ersten Kämpfen des 1.
Weltkrieges teil und wurde im September 1914 verwundet.
Wünnenberg übernahm dann Mitte Januar 1915 den Posten des Chefs der 8.
Kompanie im Infanterie-Regiment 255, der zur Flugabwehr die 47.
Feld-Artillerie-Batterie unterstellt wurde.
Im Juni 1916 erhält er eine Flugzeugführer-Ausbildung und wurde im August 1917
als Aufklärungsflieger der Feld-Flieger-Abteilung 47 unterstellt.
Im August 1919 wechselte er als Luft-Verbindungsoffizier in den Stab des XVII.
Armee-Korps und verließ schließlich am 22.09.1920 die Armee als Hauptmann.
Wünnenberg trat kurze Zeit vorher im April 1919 dem Grenzschutz "Ost"
in Oberschlesien bei, sowie im Oktober 1919 einem Freikorps in Oberschlesien.
Außerdem nahm er an den Kämpfen im Ruhrgebiet 1920 teil.
Bereits am 19.09.1920 war er als Oberleutnant der Preußischen Schutzpolizei
beigetreten, wo er der Personal-Abteilung der Polizeischule Münster angehörte.
Im April 1920 erhielt er einen Posten als Hunde-Zugführer an der Höheren
Polizeischule in Essen und wurde von Februar 1920 bis April 1921 als Ausbilder
an der Polizeischule Potsdam-Eiche verwendet. Dabei kehrte er Anfang Mai 1921
als Hunde-Ausbilder an die Polizeischule Essen zurück und avancierte dort bis
Februar 1924 zum Kommandeur der Polizeihund-Einheit.
Wünnenberg kam dann an die Polizeischule Krefeld und von 1926 bis 1928 an die
Polizeischule Köln, wo er ab Mai 1928 der Polizei-Verwaltung angehörte. Es
folgte ein Ausbilder-Posten in Berlin-Charlottenburg und eine Versetzung zur
Polizei-Inspektion nach Hindenburg bis Ende Juli 1933. Zwischenzeitlich war er
am 01.05.1933 der NSDAP beigetreten. Ausserdem hatte er 1929 geheiratet und
eine Tochter bekommen.
Ab August 1933 kommandiert er die Schutzpolizei in Beuthen, ab Mai 1934 in
Gleiwitz, ab Februar 1935 in Saarbrücken, ab Oktober 1937 in Bremen und ab
Oktober 1937 in Mannheim. Im Dezember 1938 wechselte er als Ia in den Stab des
Inspekteurs der Ordnungspolizei Stuttgart.
Am 02.10.1939 wechselt Wünnenberg als Kommandeur des
Polizei-Schützen-Regiments 3 zur Polizei-Division. Dabei trat er gleichzeitig
im Range eines SS-Standartenführers der SS bei.
Mit seinem Regiment nimmt er am Westfeldzug teil und am Beginn des
Russlandfeldzuges. Orte wie die Wassermühle hinter Kut, die Abwehrkämpfe bei
Stojanowitschina und die Kämpfe an der Luga bleiben für immer Meilensteine
dieses Regiments. Bei der Einnahme Krasnowardeisk spielten seine Männer die
entscheidende Rolle und stießen bis Leningrad vor. Für diese schweren Kämpfe
wird er am 15.11.1941 als SS-Standartenführer und Oberst der Schutzpolizei und
Kommandeur des Polizei-Schützen-Regiments 3 mit dem Ritterkreuz
ausgezeichnet. In der Begründung zur Verleihung des Ritterkreuzes, schrieb der
Divisionskommandeur Walter Krüger:
"Oberst Wünnenberg ist ein erfahrener und
beispielhafter Regimentskommandeur. Für seine persönliche Tapferkeit und
seiner Entschlossenheit wurde er bereits mit den Wiederholungsspangen des
Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Besonders anerkennenswert ist sein Einsatz bei
der Einnahme der Stojanowschtschina-Höhen südlich von Luga am 11.08.1941 und
die Vernichtung von 17 schweren Panzern, sowie mehreren Bunkern, an diesem
Tag.
Am 23.08.1941 erhielt Wünnenberg zusammen mit dem Polizei-Regiment 2 die
Ortschaft Ssyrez zu erreichen, die Höhen westlich von Wybor und Ssyrez zu
nehmen und, falls möglich, weiter auf das Höhengelände Turowo, östlich von
Luga, vorzustoßen.
Obwohl die Kampfstärke seinen Regiments bereits beim 2 Etappenziel in der Nähe
von Bol. Samoschje, bereits stark gelitten hatte, entschloss sich Wünnenberg
die Überraschung auszunutzen und weiter auf das 3. Etappenziel vorzustoßen.
Dabei nahm er das leichte Zurückhängen des Polizei-Regiments in Kauf, das im
Raum Udrajka-Mal. Rakowja in schwere Kämpfe verwickelt war. Außerdem standen
nur leichte Sicherungen am rechten Flügel des Regiments. Dank der persönlichen
Einsatz des Regimentskommandeurs, gelang der Durchbruch durch die letzte
Verteidigung des Gegners bei Nelaja, womit gegen 21.35 Uhr das Höhengelände
von Turowo erreicht wurde. Dieser Stoß machte es dem Gegner unmöglich seine
Reihen und Flanken zu halten. Damit schuf Wünnenberg die Grundvoraussetzungen
für das Nehmen Lugas am nächsten Tag durch das Polizei-Regiment 2.
Am 13.09.1941 erhielt das Polizei-Regiment 2 den Auftrag die Ortschaft
Krasnogwardeisk, von Südwesten her, zu nehmen, die Brücken zu sichern und die
Straßenkreuzung im Norden der Stadt zu erreichen. Nach der Ausschaltung von
vier schweren Bunkern, die den Südwest-Eingang der Stadt blockierten, gelang
es Wünnenberg in kürzester Zeit vier intakte Brücken zu gewinnen. Seine Männer
schlugen drei schwere Panzer zurück und nahmen die Stadt. Das Tagesziel war
damit erreicht. Damit war ein wichtiger Pfeiler des äußeren
Verteidigungsringes von Leningrad gefallen und der Weg nach Ishora und
Puschkin offen.
Am 15.12.1941 übernimmt er das Kommando über die Polizei-Division
von Walter Krüger und führt
sie in den Kämpfen an der Ostfront buchstäblich durch die Hölle. Die Nachfolge
des Regimentskommandos übernahm Alfred Borchert. Als
Anerkennung für die schweren Kämpfe seiner Soldaten erhält Wünnenberg
stellvertretend für seine Kameraden am 23.04.1942 als SS-Brigadeführer und
Generalmajor der Polizei und Kommandeur der SS-Polizei-Division das Eichenlaub
zum Ritterkreuz.
Am 10.06.1943 wird er durch Fritz Schmedes abgelöst und wechselt mit Wirkung
vom 01.06.1943 als Kommandierender General zum IV. SS-Panzerkorps. Ab dem
31.08.1943 wird er Nachfolger Kurt Dalueges als Chef des Hauptamtes der
Ordnungspolizei, wo er bis Kriegsende im Einsatz steht. Nachdem Himmler in den
letzten Tagen des 3. reiches bei Hitler in Ungnade gefallen war, wird
Wünnenberg als Chef der Deutschen Polizei genannt. Als überzeugter Polizist
hatte er sich stets geweigert die SS-Uniform zu tragen und änderte dies erst
aufgrund eines direkten Befehl Himmlers.
Alfred Wünnenberg verstarb am 30.12.1963 in Krefeld.