Eichenlaubträger Joachim Ziegler
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS





Joachim Ziegler wurde am 19.10.1904 in Hanau am Main, als Sohn eines
Oberleutnants, geboren. Nach Beginn des 1. Weltkrieges wurde sein Vater,
Adjutant der 1. Eskadron des thür. Ulanen-Regiments 6, im September 1914
bei Verdun als vermisst gemeldet.
Nachdem Ziegler, der grosse Interesse an einer Forstlaufbahn zeigte, seine
Schulzeit in Darmstadt verbrachte und dort 1923 sein Abitur ablegte, trat er,
aufgrund von Geldmangel, am 05.04.1923 dem Reiter-Regiment
15 der Reichswehr bei und besuchte die Kriegsschule, nach deren Abschluss er am
01.12.1926 zum Leutnant befördert wurde. Am 01.06.1929 wird er zum Oberleutnant
in seinem Regiment befördert.
Im Sommer 1935 wird er zum Panzer-Regiment 6 versetzt und nimmt im Rahmen der
Legion Condor am Spanischen Bürgerkrieg teil. Am 01.01.1935 erhält er die
Beförderung zum Hauptmann. Ziegler übernimmt dort den Posten des Kompaniechefs
der 7. Kompanie. Für den Spanienfeldzug werden neben Ziegler noch weitere
Offiziere aus dem aktiven Dienst entlassen um in Spanien eingesetzt werden zu
können.
Vom 10.11.1938 bis zum 05.02.1940 wird Ziegler als Adjutant der 3. Panzerbrigade
verwendet und verdiente sich als solcher das Eiserne Kreuz II. Klasse.
Noch vor Beginn des Westfeldzuges wird er Ic der
7. Panzer-Division unter dem
Kommandeur Erwin Rommel. Hier bleibt er bis zum 25.10.1940, verdient sich das
Eiserne Kreuz I. Klasse und wird am 01.03.1940 zum Major befördert. Am
29.07.1940 wechselt er in den Posten des Divisions-Ib. Mit Ende seiner Tätigkeit
bei der 7. Panzerdivision wechselt am 15.Oktober 1940 er in den Generalstab.
Am 26.10.1940 wird er Ib der 20. Infanterie-Division (mot.) und später Ia, womit
er Nachfolger von Werner Friebe wird.
Nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant i.G. am 01.02.1942, wird er am
15.07.1942 stellvertretender Chef des Stabes des LVII. Panzerkorps. Bereits am
28.09.1942 wird er Chef des Stabes des XXXIX. Panzerkorps unter Generalleutnant
Robert Martinek und löst damit Hans-Georg Hildebrandt ab. In diese Zeit
fällt am 01.01.1943 die Beförderung zum Oberst i.G. und erhält das Deutsche
Kreuz nach Einreichung durch den späteren General der Artillerie Martinek.
Anfang Juni 1943 wird Ziegler in den Dienst der Waffen-SS überstellt und
übernimmt dort den Posten von Hans Sporn im III. (germ.) SS-Panzerkorps. Bereits
am 10.08.1943 wird Ziegler durch Helmut von Bockelberg abgelöst und Ziegler
selbst tritt am 01.08.1943 der Waffen-SS im Range eines SS-Oberführers bei. Ab
dem 09.11.1943 erhielt er die Erlaubnis zum Tragen der Uniform eines
SS-Oberführers und wurde am 01.08.1944 zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der
Waffen-SS befördert.
Im Juli 1944 übernahm er die Führung der 11.
SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland", nachdem deren
Kommandeur
Fritz von Scholz im Kampf gefallen war. Das Kommando wird ihm am 10.08.1944
übertragen.
Für die schweren, bestandenen Kämpfe der Division im Raum Narwa erhielt Ziegler
am 05.09.1944 das Ritterkreuz. In der Folge führt er seine Division über Pommern
nach Berlin. Dort wird er am 25.04.1945 seines Postens als Divisionskommandeur
enthoben. Ziegler hatte von Himmler den Auftrag bekommen mit seiner Division
nach Schleswig-Holstein durchzubrechen, was aber für die Verteidigung der
Hauptstadt das sofortige Ende bedeutet hätte, da die "Nordland" als
kampfstärkster Verband der Berliner Verteidigung galt. Ziegler sagte das es
nicht Aufgabe der "europäischen Freiwilligen" sei die Hauptstadt zu
verteidigen. Zieglers Kommandierender
General sah dies als Gefahr an und ernannt Dr. Krukenberg zum neuen Kommandeur
der "Nordland". Dennoch erhielt er drei Tage später das Eichenlaub zum
Ritterkreuz. Allerdings wird dieser Verleihung keine Nummer mehr zugeteilt. Die
von der OdR festgelegte Nummer 853 ist nicht bindend und unberechtigt festgelegt
worden.
Als Begründung für das Eichenlaub hieß es:
"Am 23.01.1945 griffen die Russen mit Teilen von 3 Armeen und der Masse
des 3. Mech. Korps aus Richtung Preekuln an. Nach schwerer
Artillerievorbereitung stieß der Feind in Richtung Libau vor. Die dünne
Verteidigungslinie wurde schnell durchbrochen, wobei sich nur kleine
Widerstandsnester halten konnten. Brigadeführer Ziegler erkannte sofort die
Gefahr kratzte alle greifbaren Truppen, sowie Trosse zusammen und baute eine
neue Verteidigungslinie auf, bzw. griff mit persönlich geführten Angriffen den
eingebrochenen Gegner an.
Dank seiner Einsatzkraft und seiner persönlichen Tapferkeit, gerade in den
Kämpfen zwischen dem 23. und 25.01.1945 ist das Halten der Front zu
verdanken. Ziegler verhinderte den Durchbruch nach Libau und schuf die
Vorraussetzungen für die erfolgreiche Verteidigung Kurlands.
Am 15.02.1945 griff die SS-Division "Nordland" an, um das eingeschlossene
Arnswalde zu Entsetzen. Ziegler wusste das er mit seinen schwachen und neu
aufgestellten Panzergrenadier-Regimentern nur mit der Überraschung und durch
persönlichen Einsatz Erfolg haben werde. Mit Beginn der Kämpfe stand Ziegler
immer neben seinen Soldaten, beim vordersten Bataillon. Nachdem der erste
Durchbruch durch die Reihen des Gegners gelungen war, beorderte er seine
gepanzerten Einheiten heran, um einen vollen Durchbruch zu erreichen. Gegen
14.00 Uhr konnte der Kontakt zu der Besatzung Arnswalde hergestellt werden.
Durch die Offensive der Division wurde das 7. Garde-Kavallerie-Korps nahezu
aufgerieben, wobei große Mengen an Beute gemacht werden konnte. Trotz der
schweren Kämpfe blieben die eigenen Verluste gering. Auch konnte der Gegner
davon abgehalten werden, weitere Angriffe zu starten, da dieser erst seine
angeschlagenen Truppen neu formieren musste.
In den schweren Abwehrkämpfen in Pommern, ab dem 03.März 1945 stand die
"Nordland" immer im Mittelpunkt der eigenen Abwehr. Die Division stand
in Kämpfen mit der 2. Garde-Panzer-Armee, mit Teilen der 61. und 47.
sowjetischen Armee und der 3. sowjetischen Stossarmee. Die "Nordländer"
verteidigten vor Stettin und konnten einen Brückenkopf bei Altdamm halten.
Am 17.03. griff der Gegner, nach starker Artillerievorbereitung, mit frischen
Truppen den Brückenkopf Altdamm an, um nach Stettin durchzubrechen. Geplant war
das Einkesseln der Deutschen Truppen und der Übergang über die Oder. Ziegler
ahnte die Planungen des Gegners und richtete seinen Gefechtsstand 2 Kilometer
hinter Frontlinie auf. Dennoch konnte der Gegner einbrechen. Ziegler musste mit
seinem Stab selbst in den Nahkampf gehen. Artillerieunterstützung war nicht mehr
möglich, da sämtliche Nachrichtenmittel ausgefallen waren. Ein Grossteil der
eigenen schweren Waffen waren ebenfalls bereits zerstört oder verloren gegangen.
Der Brückenkopf konnte jedoch gehalten werden, was vornehmlich der Person
Zieglers zuzuschreiben ist. In den Kämpfen zwischen dem 03.03. und dem
18.03.1945 zerstörte die Division 194 Panzer.
"
Ziegler wird in der Reichskanzlei unter Arrest gestellt und fällt schließlich
am 02.05.1945 bei einem Ausbruchsversuch der Reste der Division "Nordland"
und der Kampfgruppe "Mohnke" bei der Weidendammer Brücke bzw. im Norden
Berlins. Über die Umstände seines Todes gibt es zahlreiche Spekulationen. Es
scheint jedoch als sicher, das er von einer Granate getroffen wurde und schwer
verwundet im Bereich des Humboldthaines in der Brunnenstrasse verstarb.