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Eichenlaubträger Joachim Ziegler
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS

15.03.194328.06.194023.09.193931.05.1939

Joachim Ziegler wurde am 19.10.1904 in Hanau am Main, als Sohn eines Oberleutnants, geboren. Nach Beginn des 1. Weltkrieges wurde sein Vater, Adjutant der 1. Eskadron des thür. Ulanen-Regiments 6,  im September 1914 bei Verdun als vermisst gemeldet.
Nachdem Ziegler, der grosse Interesse an einer Forstlaufbahn zeigte, seine Schulzeit in Darmstadt verbrachte und dort 1923 sein Abitur ablegte, trat er, aufgrund von Geldmangel, am 05.04.1923 dem Reiter-Regiment 15 der Reichswehr bei und besuchte die Kriegsschule, nach deren Abschluss er am 01.12.1926 zum Leutnant befördert wurde. Am 01.06.1929 wird er zum Oberleutnant in seinem Regiment befördert.
Im Sommer 1935 wird er zum Panzer-Regiment 6 versetzt und nimmt im Rahmen der Legion Condor am Spanischen Bürgerkrieg teil. Am 01.01.1935 erhält er die Beförderung zum Hauptmann. Ziegler übernimmt dort den Posten des Kompaniechefs der 7. Kompanie. Für den Spanienfeldzug werden neben Ziegler noch weitere Offiziere aus dem aktiven Dienst entlassen um in Spanien eingesetzt werden zu können.
Vom 10.11.1938 bis zum 05.02.1940 wird Ziegler als Adjutant der 3. Panzerbrigade verwendet und verdiente sich als solcher das  Eiserne Kreuz II. Klasse. Noch vor Beginn des Westfeldzuges wird er Ic der 7. Panzer-Division unter dem Kommandeur Erwin Rommel. Hier bleibt er bis zum 25.10.1940, verdient sich das Eiserne Kreuz I. Klasse und wird am 01.03.1940 zum Major befördert. Am 29.07.1940 wechselt er in den Posten des Divisions-Ib. Mit Ende seiner Tätigkeit bei der 7. Panzerdivision wechselt am 15.Oktober 1940 er in den Generalstab.
Am 26.10.1940 wird er Ib der 20. Infanterie-Division (mot.) und später Ia, womit er  Nachfolger von Werner Friebe wird.
Nach seiner Beförderung zum Oberstleutnant i.G. am 01.02.1942, wird er am 15.07.1942 stellvertretender Chef des Stabes des LVII. Panzerkorps. Bereits am 28.09.1942 wird er Chef des Stabes des XXXIX. Panzerkorps unter Generalleutnant Robert Martinek und löst damit Hans-Georg Hildebrandt ab. In diese Zeit fällt am 01.01.1943 die Beförderung zum Oberst i.G. und erhält das Deutsche Kreuz nach Einreichung durch den späteren General der Artillerie Martinek.
Anfang Juni 1943 wird Ziegler in den Dienst der Waffen-SS überstellt und übernimmt dort den Posten von Hans Sporn im III. (germ.) SS-Panzerkorps. Bereits am 10.08.1943 wird Ziegler durch Helmut von Bockelberg abgelöst und Ziegler selbst tritt am 01.08.1943 der Waffen-SS im Range eines SS-Oberführers bei. Ab dem 09.11.1943 erhielt er die Erlaubnis zum Tragen der Uniform eines SS-Oberführers und wurde am 01.08.1944 zum SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS befördert.
Im Juli 1944 übernahm er die Führung der 11. SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Division "Nordland", nachdem deren Kommandeur Fritz von Scholz im Kampf gefallen war. Das Kommando wird ihm am 10.08.1944 übertragen.
Für die schweren, bestandenen Kämpfe der Division im Raum Narwa erhielt Ziegler am 05.09.1944 das Ritterkreuz. In der Folge führt er seine Division über Pommern nach Berlin. Dort wird er am 25.04.1945 seines Postens als Divisionskommandeur enthoben. Ziegler hatte von Himmler den Auftrag bekommen mit seiner Division nach Schleswig-Holstein durchzubrechen, was aber für die Verteidigung der Hauptstadt das sofortige Ende bedeutet hätte, da die "Nordland" als kampfstärkster Verband der Berliner Verteidigung galt. Ziegler sagte das es nicht Aufgabe der "europäischen Freiwilligen" sei die Hauptstadt zu verteidigen.  Zieglers Kommandierender General sah dies als Gefahr an und ernannt Dr. Krukenberg zum neuen Kommandeur der "Nordland". Dennoch erhielt er drei Tage später das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Allerdings wird dieser Verleihung keine Nummer mehr zugeteilt. Die von der OdR festgelegte Nummer 853 ist nicht bindend und unberechtigt festgelegt worden.
Als Begründung für das Eichenlaub hieß es:

"Am 23.01.1945 griffen die Russen mit Teilen von 3 Armeen und der Masse des 3. Mech. Korps aus Richtung Preekuln an. Nach schwerer Artillerievorbereitung stieß der Feind in Richtung Libau vor. Die dünne Verteidigungslinie wurde schnell durchbrochen, wobei sich nur kleine Widerstandsnester halten konnten. Brigadeführer Ziegler erkannte sofort die Gefahr kratzte alle greifbaren Truppen, sowie Trosse zusammen und baute eine neue Verteidigungslinie auf, bzw. griff mit persönlich geführten Angriffen den eingebrochenen Gegner an.
Dank seiner Einsatzkraft und seiner persönlichen Tapferkeit, gerade in den Kämpfen  zwischen dem 23. und 25.01.1945 ist das Halten der Front zu verdanken. Ziegler verhinderte den Durchbruch nach Libau und schuf die Vorraussetzungen für die erfolgreiche Verteidigung Kurlands.
Am 15.02.1945 griff die SS-Division "Nordland" an, um das eingeschlossene Arnswalde zu Entsetzen. Ziegler wusste das er mit seinen schwachen und neu aufgestellten Panzergrenadier-Regimentern nur mit der Überraschung und durch persönlichen Einsatz Erfolg haben werde. Mit Beginn der Kämpfe stand Ziegler immer neben seinen Soldaten, beim vordersten Bataillon. Nachdem der erste Durchbruch durch die Reihen des Gegners gelungen war, beorderte er seine gepanzerten Einheiten heran, um einen vollen Durchbruch zu erreichen. Gegen 14.00 Uhr konnte der Kontakt zu der Besatzung Arnswalde hergestellt werden. Durch die Offensive der Division wurde das 7. Garde-Kavallerie-Korps nahezu aufgerieben, wobei große Mengen an Beute gemacht werden konnte. Trotz der schweren Kämpfe blieben die eigenen Verluste gering. Auch konnte der Gegner davon abgehalten werden, weitere Angriffe zu starten, da dieser erst seine angeschlagenen Truppen neu formieren musste.
In den schweren Abwehrkämpfen in Pommern, ab dem 03.März 1945 stand die "Nordland" immer im Mittelpunkt der eigenen Abwehr. Die Division stand in Kämpfen mit der 2. Garde-Panzer-Armee, mit Teilen der 61. und 47. sowjetischen Armee und der 3. sowjetischen Stossarmee. Die "Nordländer" verteidigten vor Stettin und konnten einen Brückenkopf bei Altdamm halten.
Am 17.03. griff der Gegner, nach starker Artillerievorbereitung, mit frischen Truppen den Brückenkopf Altdamm an, um nach Stettin durchzubrechen. Geplant war das Einkesseln der Deutschen Truppen und der Übergang über die Oder. Ziegler ahnte die Planungen des Gegners und richtete seinen Gefechtsstand 2 Kilometer hinter Frontlinie auf. Dennoch konnte der Gegner einbrechen. Ziegler musste mit seinem Stab selbst in den Nahkampf gehen. Artillerieunterstützung war nicht mehr möglich, da sämtliche Nachrichtenmittel ausgefallen waren. Ein Grossteil der eigenen schweren Waffen waren ebenfalls bereits zerstört oder verloren gegangen. Der Brückenkopf konnte jedoch gehalten werden, was vornehmlich der Person Zieglers zuzuschreiben ist. In den Kämpfen zwischen dem 03.03. und dem 18.03.1945  zerstörte die Division 194 Panzer. "

Ziegler wird in der Reichskanzlei unter Arrest gestellt und fällt schließlich am 02.05.1945 bei einem Ausbruchsversuch der Reste der Division "Nordland" und der Kampfgruppe "Mohnke" bei der Weidendammer Brücke bzw. im Norden Berlins. Über die Umstände seines Todes gibt es zahlreiche Spekulationen. Es scheint jedoch als sicher, das er von einer Granate getroffen wurde und schwer verwundet im Bereich des Humboldthaines in der Brunnenstrasse verstarb.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant 01.12.1926   Spanienkreuz in Gold ??.??.1939
Oberleutnant 01.06.1929   Eisernes Kreuz II. Klasse ??.??.1939
Hauptmann 01.01.1935 (RDA v. 01.01.1935 (8)   Eisernes Kreuz I. Klasse 28.06.1940
Major i.G. 01.03.1940   Deutsches Kreuz in Gold 14.03.1943
Oberstleutnant i.G. 01.02.1942   Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz 05.09.1944
Oberst i.G. 01.01.1943   Eichenlaub zum Ritterkreuz 28.04.1945
SS-Oberführer ??.??.????      
SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS 01.08.1944      

Buchhinweise:

                   

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