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Die Geschichte des Eisernen Kreuzes

Die Stiftung des Eisernen Kreuzes
   
Am 10.03.1813 unterzeichnete der damalige preußische König Friedrich Wilhelm III. in Breslau die „Urkunde über die Stiftung des Eisernen Kreuzes“. Dieses Dokument beginnt mit folgenden Worten:

In der jetzigen großen Katastrophe, von welcher für das Vaterland alles abhängt, verdient der kräftige Sinn, der die Nation so hoch erhebt, durch ganz eigentümliche Monumente geehrt und verewigt zu werden. […] Wir haben daher beschlossen, das Verdinest, welches in dem jetzt ausbrechenden Kampf mit dem Feind oder außerdem im Felde oder daheim in jeder Beziehung auf diesen großen Kampf um Freiheit und Selbstständigkeit erworben wird, besonders auszeichnen. […]
Die nur für diesen Krieg bestehende Auszeichnung des Verdienstes Unserer Untertanen um das Vaterland ist das EISERNE KREUZ von zwei Klassen und einem Großkreuz.

Damit entstand ein Orden, der heute durchweg als der deutscheste Orden überhaupt bezeichnet wird. Er steht für soldatische Pflichterfüllung mehrerer Generationen.
Zwar gab es immer wieder Zeitgenossen, die den Orden beschimpften, oder nach wie vor beschimpfen, doch das Ordensgesetz vom 26.07.1957 erlaubte das Tragen des 1939 neu gestifteten Eisernen Kreuzes. Damit wurde der Orden an sich als Zeichen deutschen Soldatentums anerkannt und ist damit Bestandteil unserer deutschen Geschichte.

Als sich Preußen zum Widerstand gegen die napoleonischen Besatzer entschloss, reichte Oberst von Gneisenau beim König eine Denkschrift ein, die auf eine Auszeichnung für die Milizen hinwies. Der König notierte dazu einige Randbemerkungen und griff den Gedanken erst Ende Februar 1813 wieder auf. Dabei bemerkte er:

Ein neuer Orden zu stiften, bloß für die Dauer des Krieges unter der Benennung das Eiserne Kreuz.

Der König selbst entschied sich also für diese Bezeichnung und entwarf auch die ersten Skizzen dazu. Diese zeigten zwei rechtwinklig übereinander gelegte gleichlange Stücke des schwarz-weißen Bandes der preußischen Verdienstmedaille. Damit glich die Zeichnung in ihrer Grundform dem alten Mantelkreuz des Deutschen Ordens. Der König beauftragte daraufhin seinen Kriegsrat Einsiedel einen Entwurf des Ordens auf der Grundlage der königlichen Skizzen anzufertigen. Diesen Entwurf beanstandete jedoch der König und so war es der Baumeister Friedrich Schinkel, der dem Eisernen Kreuz die künstlerische Form gab.
Die Stiftung erfolgte am 10.03.1813, dem Geburtstag der verstorbenen Königin Luise.

Das Eiserne Kreuz II. Klasse wurde am band im Knopfloch getragen, wobei die Vorderseite keinerlei Inschrift aufwies. Die Rückseite zeigte am Kopf die preußische Krone mit den königlichen Initialen, drei gekreuzten Eichenlaubblättern und die Jahreszahl 1813. Die Symbolik der Eichenlaubblätter geht ebenfalls auf König Friedrich Wilhelm III. zurück. Die Zacken der Blätter sollten demnach auf die Zahl seiner Kinder hinweisen, währen die gekreuzten Endlinien der Blätter in Verbindung mit den Zacken den Sterbetag der Königin ergaben. In späteren Zeiten wurden den drei Blättern die Bedeutung den Wehr-, Lehr- und Nährstandes  als Träger  der unüberwindlichen Kraft des deutschen Volkes beigelegt.

Das Eiserne Kreuz sollte nur für Verdienste im Krieg verliehen werden. Damit sollte der erwiesenen Tapferkeit vor dem Feind Rechnung getragen werden. Dabei konnte es aber auch Männer verliehen werden, die nicht unbedingt als Soldaten an der Front standen. Die Erneuerung des Eisernen Kreuzes von 1939 bezog sich dagegen nur auf Verdienste an der Front.

Mit der Herstellung der Kreuze wurde die Königliche Kanonengießerei in Gleiwitz beauftragt. Da es jedoch an geeignetem Fachpersonal mit entsprechenden Stanzmaschinen fehlte, wurden bis Mitte Mai 1813 erst 300 Kreuze fertig gestellt. Wobei jedes davon 2½ Taler kostete.

Das erste Eiserne Kreuz II. Klasse von 1813 erhielt am 18.04.1813 der Major von Borcke, Kommandeur des Füsilier-Bataillons im 1. Pomm. Infanterie-Regiment Nr. 2 für eine Gefecht bei Lüneburg. Der erste Träger des Eisernen kreuzes II. Klasse von 1813 aus dem Mannschaftsstand war der Füsilier Lemke des gleichen Bataillons, der die Auszeichnung für das gleiche Gefecht erhielt.
Der erste Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse von 1813 wurde der Oberstleutnant von Helwig, Kommandeur des 9. Husaren-Regiments. Als erster Unteroffizier wurde am 06.09.1813 der Unteroffizier Sielaff vom 1. Pomm. Infanterie-Regiment Nr. 2 mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Während der Befreiungskriege wurde das Eiserne Kreuz in seinen 3 Klassen wie folgt verliehen:

Großkreuz - 4x
Eisernes Kreuz I. Klasse - 668x
Eisernes Kreuz II. Klasse - 16.151x

Als Besonderheit gilt die Verleihung des Eisernen Kreuzes an August Lübeck alias Friederiecke Krüger, Musketier(in) im 9. Infanterie-Regiment, die in der Schlacht um Laon schwer verwundet wurde. Erst im 2. Weltkrieg wurde das Eiserne Kreuz wieder an Frauen verliehen, dabei erhielt Hanna Reitsch als einzige Frau in der Geschichte das Eiserne Kreuz I. Klasse.

Die Träger des Eisernen Kreuzes erhielten vom König einen Ehrensold und konnten auch dann, wenn sie nicht mehr Soldaten waren, mit militärischen Ehren beigesetzt werden. Die Auszeichnung hob den träger also ganz bewusst aus der Gemeinschaft des Volkes heraus, womit das schlichte Kreuz zum Symbol des deutschen Soldatentums wurde und dabei auch im Ausland hoch geachtet.

König Wilhelm von Preußen erneuerte am 19.07.1870, dem 60. Todestag der Königin Luise, den Orden. Gleichzeitig erfolgte an diesem Tag die Übergabe der Kriegserklärung Frankreichs an Preußen.
Am 05.08.1914 befahl Kaiser Wilhelm II. die abermalige Verleihung des Kreuzes und Hitler unterschrieb am 01.09.1939 die "
Verordnung über die Erneuerung des Eisernen Kreuzes".

Mit Ausnahme des 2. Weltkriegs wurde das Kreuz immer in 3 Klassen verliehen. Dabei wurde das Großkreuz 1870/71 achtmal und 1914/18 viermal verliehen. Neben den ordnungsgemäßen Trägern im 1. Weltkrieg (Hindenburg, Mackensen, Prinz Leopold von Bayern und Ludendorff) trug es auch der Kaiser zu besonderen Anlässen. Die beiden unteren Klassen wurden wie folgt verliehen:

EK I - 1870/71 - 1295x; 1914/18 - 218.000x
EK II - 1870/71 - 41.702x; 1914/18 - 5.196.000x

Im 2. Weltkrieg kamen zu den 3 Klassen noch weitere 6 hinzu:

Ritterkreuz
Ritterkreuz mit Eichenlaub
Ritterkreuz mit Eichenlaub und Schwertern
Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten
Ritterkreuz mit Goldenem Eichenlaub, Schwertern und Brillanten

Dabei wurde das Großkreuz (Göring) und das Goldene Eichenlaub (Rudel) jeweils nur einmal verliehen. Das Eiserne Kreuz 1939 erhielten am 13.09.1939 erstmals Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften. Dabei waren der General der Flieger Löhr und der Generalmajor Loerzer die ersten Offiziere der Wehrmacht, die das EK II bzw. die Spange dazu erhielten.

Genaue Zahlen zu den Verleihung der beiden unteren Klassen des Eisernen Kreuzes im II. Weltkrieg sind leider nicht mehr verifizierbar. Tatsache ist jedoch das diese weitaus spärlicher erfolgten als im I. Weltkrieg. Insgesamt wurden im II. Weltkrieg nämlich nur ca. 2,5 Millionen Kreuze verliehen.

Buchhinweise:

           

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